Die Homeoffice-Pauschale rückt ab 2026 stärker in den Fokus der Finanzämter. Zwar bleibt die gesetzliche Regelung unverändert, doch die Prüfpraxis wird deutlich strenger. Wer Homeoffice-Tage in der Steuererklärung angibt, sollte jetzt genauer hinschauen – und besser dokumentieren.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
6 Euro pro Homeoffice-Tag
Maximal 1.260 Euro pro Jahr
Kein separates Arbeitszimmer erforderlich
Gesetzlich hat sich daran nichts geändert. Neu ist jedoch, dass das Finanzamt diese Angaben nicht mehr pauschal akzeptiert, sondern stärker auf Plausibilität prüft.
Ein zentraler Prüfpunkt ist das sogenannte Überwiegenskriterium. Die Homeoffice-Pauschale darf nur angesetzt werden, wenn:
👉 mehr als die Hälfte des Arbeitstages zu Hause gearbeitet wurde
Gerade bei hybriden Arbeitsmodellen (Homeoffice + Büro am selben Tag) wird das kritisch. Wer morgens im Homeoffice arbeitet und später ins Büro fährt, kann den Tag nicht automatisch als Homeoffice-Tag abrechnen.
Ab 2026 gilt:
Grobe Schätzungen reichen nicht mehr.
Bei Rückfragen will das Finanzamt konkret wissen:
an welchen Tagen im Homeoffice gearbeitet wurde
ob und wann das Büro aufgesucht wurde
wie der Arbeitstag zeitlich aufgeteilt war
Parallel zur strengeren Prüfung der Homeoffice-Pauschale gibt es eine zweite große Änderung: die neue Entfernungspauschale ab 2026.
38 Cent pro Kilometer
ab dem ersten Kilometer
keine Staffelung mehr
Damit ist die frühere Regelung (30 Cent für die ersten 20 Kilometer) endgültig passé.
Ein häufiger Fehler in der Steuererklärung:
👉 Pro Arbeitstag darf nur eine Pauschale angesetzt werden
entweder Homeoffice-Pauschale
oder Entfernungspauschale
Durch die erhöhten 38 Cent lohnt sich der Bürotag steuerlich jetzt früher als früher – besonders bei kurzen und mittleren Arbeitswegen.
Die neue Abwägung lautet:
Homeoffice: pauschal 6 € pro Tag
Büro: 38 Cent × einfache Entfernung
Schon ab rund 8 Kilometern Arbeitsweg kann der Bürotag steuerlich attraktiver sein als ein Homeoffice-Tag. Wer flexibel arbeiten darf, sollte 2026 nicht mehr automatisch Homeoffice eintragen, sondern bewusst vergleichen.
Ein zusätzlicher Faktor:
Die Homeoffice-Pauschale wurde nicht an die Inflation angepasst, die Entfernungspauschale dagegen deutlich erhöht. Auch das verschiebt die Rechnung zugunsten des Bürotags.
Ein klarer Trend für 2026:
👉 Das Finanzamt prüft weniger nach Kulanz und mehr nach Plausibilität.
Homeoffice-Tage, Arbeitsweg und Arbeitsplatzsituation werden stärker miteinander abgeglichen. Wer:
Homeoffice- und Bürotage sauber trennt
einfache Aufzeichnungen führt
weiß, was an welchem Tag angesetzt wurde
hat nichts zu befürchten. Wer widersprüchlich oder ungenau angibt, riskiert Rückfragen, Kürzungen oder Streichungen.
Beim häuslichen Arbeitszimmer bleibt alles beim Alten – und weiterhin streng:
Nur abzugsfähig, wenn es der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist
Gibt es beim Arbeitgeber einen nutzbaren Arbeitsplatz, wird dieser Mittelpunkt meist verneint
In diesen Fällen bleibt ausschließlich die Homeoffice-Pauschale – und genau diese wird nun genauer geprüft.
Auch wenn sich gesetzlich wenig geändert hat, fühlen sich die Steuern 2026 deutlich strenger an. Der Grund ist nicht neues Recht, sondern eine konsequentere Prüfung durch die Finanzämter.
Wer vorbereitet ist, bewusst zwischen Homeoffice und Büro abwägt und sauber dokumentiert, spart nicht nur Steuern, sondern auch Zeit, Nerven und Rückfragen.
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